Jugendverband fordert: Kirche muss sich deutlich zum Krieg äußern und handeln

In der Diskussion um den friedensethischen Kurs der evangelischen Kirchen fordert die westfälische Landesjugendvertretung (LJV) klare Worte, wie sie die EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann in ihrer Neujahrspredigt gewählt habe. „Wo vorsätzlich Menschen getötet werden, darf die Kirche nicht schweigen, und wenn es deutsche Soldaten sind, die töten, dann muss Kirche dem mit mehr als nur sanften Worten begegnen“, erklärte Xenia Ertel, 17-jähriges Vorstandsmitglied der LJV in Lippstadt.

Bischöfin Käßmann hatte in einer Predigt zum Bundeswehreinsatz in Afghanistan erklärt: „Waffen schaffen offensichtlich auch keinen Frieden in Afghanistan. Wir brauchen mehr Fantasie für den Frieden, für ganz andere Formen, Konflikte zu bewältigen.“
Die Landesjugendvertretung fordert eine offene und ehrliche Diskussion um die aktive Kriegsführung Deutschlands. Xenia Ertel: „Wir als Kirche dürfen uns von Politikern nicht den Mund verbieten lassen. Das Evangelium ist schließlich für das diesseits geschrieben, für die ganz reale Politik, und nicht nur für die Meditation im stillen Kämmerlein.“

Der Jugendverband fordert ferner die deutschen Soldaten auf, ihr Gewissen zu prüfen. „Natürlich kennen die Soldaten vor Ort die Lage viel besser als wir aus den Medien, aber genau deshalb müssen die Soldaten auch prüfen, ob die Befehle, die sie bekommen oder geben, mit dem Grundgesetz und vor allem mit ihrem Gewissen vereinbar sind“, erklärte Ertel. Die neue patriotische Formel „Wir dürfen unsere Soldaten nicht im Regen stehen lassen“ sei keine Antwort auf die vielen Fragen, die mit einem Krieg verbunden sind.

Landesjugendvertretung Westfalen e.V. (LJV)
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| 06.01.2010 | Felix Beck

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